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2000


Tourbericht
(Seite 1)

"Dieses Fair Play Projekt mit sportlichen und pädagogischen Schwerpunkten hat deutlich gezeigt, dass auch unsere heutige Jugend noch leistungsfähig und leistungsbereit ist. Man muss ihnen nur die entsprechenden Angebote machen und sie ernst nehmen. Dann sind Jugendliche auch motiviert solche Leistungen zu bringen wie auf dieser Radtour, auf der sie an neun Tagen im Schnitt 100 KM pro Tag zurücklegten, zeigte Projektleiter Herbert Ehlen von der Graf Salentin Schule, dass auch heute noch der Spruch vermittelt werden kann: "Was ich will, das schaff ich schon."


Viele Schüler setzten in den Schlafquartieren nach der langen Radfahrt noch eins drauf, wenn sie sich nach dem Abendessen, das in allen Etappenorten von Schulen, Vereinen, Verbänden oder Kommunen hervorragend vorbereitet war, noch zwei Stunden lang zu Fußball, Badminton, Breakdance oder anderen sportlichen Aktivitäten trafen. In all diesen sportlichen und zwischenmenschlichen Begegnungen während dieser Woche lernten die Schüler auch sehr schnell, wie wichtig faires Verhalten in allen Lebenslagen ist.

Wer z.B. beim Radfahren undiszipliniert fuhr, der musste bei nachfolgenden Stürzen erfahren, wie schmerzlich dieses Fehlverhalten sein konnte. Effektiver kann Learning by doing nicht sein. Minimiert wurde die Sturzgefahr durch die Aufteilung der 100 Radler in fünf Kleingruppen, die von je vier erwachsenen Begleitern betreut wurden. Dennoch gab es in der Anfangseuphorie gleich nach dem Start in Jünkerath einen ziemlich heftigen Sturz, bei dem einem Radbetreuer das Rad mit dem Zahnkranz auf den Kopf fiel. Doch zum Glück konnte der Radfahrer seine Fahrt fortsetzen, weil sein Kopf durch die Helmpflicht bei dieser Tour optimal geschützt war.

Das einzige Handicap an diesem ersten Tourtag war, dass die erste Radgruppe zweimal Umwege fahren musste, weil durch Funklöcher im Kylltal die Verständigung mit dem Handy nur sehr stockend funktionierte. Doch erwies sich der Einsatz der Handys im Verlauf der Tour als sehr nützlich. In einigen Etappen wurden verschiedene Leistungsgruppen gebildet, die unterschiedlich lange Strecken zum Ziel hin bewältigen mussten. So konnten sich die schnellen Radfahrer öfter so richtig austoben, währen die langsame Gruppe auf der kürzeren Distanz nicht überfordert wurde.
Am Sonntag dem 25.6. hieß es für die Fair Play Fahrer schon früh vom harten Lager der Bezirkssportanlage West in Trier-Euren aufstehen, da der gemeinsame Start aller übrigen Gruppen, die am Vortag in einer Sternfahrt aus Mettendorf, Merzig, Helenenberg und TrabenTrarbach zu der großen Gruppe aus der Eifel mit Schülern aus Jünkerath Gerolstein, Euskirchen, Blankenheim, Hillesheim und Steinfeld gestoßen war, vor dem Start des Trierer Stadtlaufes an der Porta Nigra erfolgen sollte.


Große Aufregung dann um 8.00 Uhr an der Porta: Die Politessen der Stadt Trier waren nervös wegen der abgestellten Begleitfahrzeuge. Deren Fahrer waren Läufer der LGV, Rudi Braden und Willy Meyer (79 J.), die erst noch den Stadtlauf bestreiten wollten.
Zweiter Aufreger: Das Fahrrad des Trikotsponsors Prüm Türdesign war nicht auffindbar. Marketingchef Udo Roggendorf setzte sich zunächst in das Begleitfahrzeug des Jugendamtes Daun. Jugendpfleger Kurt Laux steuerte derweil den von MCR Lissendorf gesponserten Tour-LKW mit Gepäck und Verpflegung.
Die Tourkolone fuhr durch die Stadt hinter ihm her, bog dann auf den Radweg nach Wasserbillig ab, während sich Herbert Ehlen noch einmal mit einigen Ortskundigen in Richtung Nachtquartier machte, um das Fahrrad aufzuspüren. Doch der Hausmeister hatte schon alles abgeschlossen und war beim Einsatz an der Strecke des Stadtlaufes. Die Miniradgruppe fuhr nun nach Wasserbillig und kam gerade an, als die Tourfahrer dort die Mosel und damit auch die Grenze nach Luxemburg mit der Fähre überquerten.

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