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Ruanda

Ruanda hat etwa 8 Mio. Einwohner und verfügt über eine Gesamtfläche von ca. 26000 km². Mit einem jährlichen Pro- Kopf- Einkommen von weniger als 200 US$ gehört es zu den ärmsten
Ländern der Welt. Durch Krieg (seit 1990), Genozid an Tutsi (Frühjahr 1994), Massenflucht von Hutu (Mitte 1994), Zuwanderung von Tutsi (Flüchtlingsbevölkerung älterer Fluchtwellen) v.a. aus Uganda (seit Mitte 1994) sowie Rückstrom von Hutu- Flüchtlingen (des Massenexodus 1994) aus DRKongo und Tansania (1996/1997) haben sich die Einwohnerzahl und die Zusammensetzung der Bevölkerung in den letzten Jahren wiederholt verändert.

Der mit gewaltigen regionalen Bevölkerungsbewegungen verbundene Krieg seit 1990 hat zu katastrophalen ökonomischen und sozialen Verwerfungen geführt. Die neue Bevölkerungszusammensetzung ist Anlaß für andauernde Konflikte, hervorgerufen durch unterschiedliche Sprache, Kultur und wirtschaftliche Interessen. Diese wirken in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft, können in allen öffentlichen und politischen Einrichtungen beobachtet werden und behindern wirtschaftliche Entwicklung und strukturelle Reformen.

Die große Mehrheit der Bevölkerung- ca.90%- lebt von Subsistenzlandwirtschaft und Viehzucht. Der industrielle Sektor ist sehr klein, der Bergbau kaum entwickelt, natürliche Ressourcen sind extrem begrenzt. Die Urbanisierungsrate zählt zu den niedrigsten der Welt. Strukturelle Entwicklungshemmnisse liegen u.a. in der geringen Ressourcenaustattung, der extrem hohen ländlichen Siedlungsdichte und der für den Außenhandel problematischen Binnenlage.

Trotz Wiederbelebung der Agrarproduktion und zweistelligen realen Wachstumsraten des BIP seit Mitte der 90er Jahre lebt die Mehrheit der Bevölkerung nach wie vor in großem Elend: 70% der ruandischen Bevölkerung existieren unterhalb der Armutsgrenze (Bericht der Weltbank, 1998). Neben der Unterversorgung mit Nahrungsmitteln fehlt vielen Menschen immer noch ein Dach über dem Kopf und sie haben kein Zugang zu sauberem Trinkwasser, Gesundheitsdiensten oder einer Ausbildung. Die Säuglingsterblichkeit ist mit 118 je 1000 Lebendgeburten (Munzinger Archiv) sehr hoch.

Unzureichende und schlecht verteilte Niederschläge haben Ende 1999 in den östlichen und südöstlichen Präfekturen Ruandas zu starken Ertragseinbußen in der Landwirtschaftlichen Produktion geführt. Es ist zu erwarten, daß auch in der laufenden Anbausaison (Sept. 99- Jan 00) mit weiteren hohen Ertragsausfällen zu rechnen ist. Laut Erklärung des ruandischen Premierministers vom 8. Nov. 99 sind durch die aktuelle Dürreperiode 178.090 Haushalte vom Hunger betroffen. Bis Nov. 99 wurden bereits 13 an Hunger gestorbene Personen registriert.


   

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